Leistungsarten

Wie hoch sind die Renten?

Bei voller Beitragsdauer beträgt die ordentliche Vollrente je nach Durchschnittseinkommen:

  • Mindestens 1’175 Franken pro Monat
  • Höchstens 2’350 Franken pro Monat

Die Summe der beiden Einzelrenten eines Ehepaars darf nicht grösser sein als CHF 3’525.- (150% der Maximalrente). Wird dieser Höchstbetrag überschritten, werden die beiden Einzelrente entsprechend gekürzt.
Eine Plafonierung der Renten findet nicht statt, wenn entweder der gemeinsame Haushalt durch einen richterlichen Entscheid aufgehoben wurde, oder wenn ein Ehegatte eine Altersrente und der andere eine halbe oder Viertelsrente der IV bezieht.
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Voraussetzungen für Rentenanspruch

Damit ein Anspruch besteht, muss mindestens ein volles Beitragsjahr vorliegen.

Ein volles Beitragsjahr liegt vor, wenn

  • die leistungsberechtigte Person insgesamt während eines Jahres Beiträge geleistet hat, oder
  • der erwerbstätige Ehegatte einer versicherten Person mindestens während eines Jahres den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat, oder
  • Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können.

Eine Altersrente kann in der Regel erst bei Erreichen des Rentenalters verbindlich berechnet werden, weil erst dann die einzelnen Berechnungselemente bekannt sind.

Wie werden die Renten berechnet?

Die Berechnung der Renten richtet sich nach

  • den anrechenbaren Beitragsjahren,
  • den Erwerbseinkommen und
  • den Erziehungs- und Betreuungsgutschriften.

Grundlagen für die Rentenberechnung bilden die in den Individuellen Konten eingetragenen Einkommen sowie die Erziehungs- und Betreuungsgutschriften.

Beitragsdauer

Weist eine leistungsberechtigte Person vom 1. Januar nach dem 20. Altersjahr bis zum Erreichen des Rentenalters eine lückenlose Beitragsdauer auf, wird eine Vollrente ausgerichtet.
» Rentenalter

Beitragsdauer bei Frauen

Bei der Bestimmung der Beitragsdauer für die Altersrente einer Frau werden die vor dem 31. Dezember 1996 zurückgelegten beitragslosen Ehe- oder Witwenjahre, während denen sie versichert war, als Beitragsjahre gezählt.

Erziehungsgutschriften

Diese Gutschriften sind keine direkten Geldleistungen, sondern Zuschläge zum Erwerbseinkommen, die erst bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Anspruch auf Erziehungsgutschriften haben Altersrentner und -rentnerinnen für jedes Jahr, in dem sie Kinder unter 16 Jahren hatten.

Betreuungsgutschriften

Diese Gutschriften sind wie die Erziehungsgutschriften keine direkten Geldleistungen, sondern Zuschläge zum Erwerbseinkommen, die jedoch im Individuellen Konto vermerkt werden. Wer pflegebedürftige Verwandte betreut, hat Anspruch auf Betreuungsgutschriften. Im Gegensatz zu den Erziehungsgutschriften müssen diese jährlich bei der zuständigen kantonalen Ausgleichskasse geltend gemacht werden. Der Anspruch besteht jedoch nicht für jene Jahre, in welchen Erziehungsgutschriften angerechnet werden können.

Anrechnung von Beiträgen in Jugendjahren

Hat eine Person vor Vollendung ihres 21. Altersjahres Beitragszeiten zurückgelegt, werden diese zur Auffüllung später entstandener Beitragslücken herangezogen (Anrechnung sogenannter Jugendjahre).

Bei unvollständiger Beitragsdauer wird eine Teilrente (Rentenskala 1 – 43) ausgerichtet. Ein fehlendes Beitragsjahr führt in der Regel zu einer Rentenkürzung um mindestens 1/44.

Wann wird eine Witwenrente ausgerichtet?

Eine Witwenrente wird ausgerichtet an:

verheiratete Frauen, die im Zeitpunkt der Verwitwung eines oder mehrere Kinder (gleichgültig welchen Alters) haben;

verheiratete Frauen, die im Zeitpunkt der Verwitwung keine Kinder haben, sofern sie beim Tod des Ehemannes das 45. Altersjahr zurückgelegt haben und mindestens 5 Jahre verheiratet gewesen sind. Waren sie mehrmals verheiratet, werden die Ehezeiten zusammengezählt;

geschiedene Frauen, die beim Tode des geschiedenen Partners eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben Kinder und die Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert, oder
  • sie waren bei der Scheidung älter als 45 Jahre und die geschiedene Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert, oder
  • das jüngste Kind vollendet sein 18. Altersjahr, nachdem die geschiedene Mutter 45 Jahre alt geworden ist.

Erfüllt eine geschiedene Frau keine dieser Voraussetzungen, so hat sie nur Anspruch auf eine Witwenrente, solange sie Kinder unter 18 Jahren hat.

Wer hat Anspruch auf eine Witwerrente?

Witwer und geschiedene Männer, deren ehemalige Ehefrau gestorben ist, haben Anspruch auf eine Witwerrente, wenn und solange sie Kinder unter 18 Jahren haben.

Wann haben Kinder Anspruch auf eine Waisenrente?

Kinder haben nach dem Tode des Vaters oder der Mutter Anspruch auf eine Waisenrente. Sind beide Elternteile verstorben, werden zwei Waisenrenten ausgerichtet. Der Rentenanspruch dauert in der Regel bis zur Vollendung des 18. Altersjahres, für Kinder in Ausbildung bis zu deren Abschluss, längstens bis zum vollendeten 25. Altersjahr.

Wann beginnt und wann endet der Anspruch auf Hinterlassenenrente?

  • Der Anspruch auf eine Hinterlassenenrente entsteht grundsätzlich am ersten Tag des Monats, der dem Tode des (geschiedenen) Ehegatten bzw. eines oder beider Elternteile folgt.
  • Der Rentenanspruch erlischt am Ende des Monats, in dem die Voraussetzungen wegfallen.
  • Mit der Wiederverheiratung erlischt die Witwen- oder Witwerrente. Die Waisenrenten laufen jedoch weiter.

Berechnung der Hinterlassenenrenten

Damit ein Anspruch besteht, muss der verstorbenen Person mindestens ein volles Beitragsjahr angerechnet werden können.

Ein volles Beitragsjahr liegt vor, wenn

  • die verstorbene Person insgesamt während eines Jahres Beiträge geleistet hat, oder
  • der erwerbstätige Ehegatte einer versicherten Person mindestens während eines Jahres den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat, oder
  • Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können.

Zusammenfallen von Leistungen

Erfüllt eine Person gleichzeitig die Voraussetzungen für eine Hinterlassenenrente und für eine Alters- oder Invalidenrente, so wird nur die betragsmässig höhere Rente ausgerichtet.

Anmeldung zum Bezug von Hinterlassenenrenten

Die Anmeldeformulare werden von den Ausgleichskassen und ihren AHV-Zweigstellen abgegeben. Die Anmeldung ist bei der Ausgleichskasse einzureichen, an welche die verstorbene Person zuletzt AHV-Beiträge entrichtet hat.

Wurden keine AHV-Beiträge entrichtet, so ist die Anmeldung für den Bezug von Renten bei der kantonalen Ausgleichskasse einzureichen.

Weitere Informationen zum Thema

» Hinterlassenenrenten der AHV

Wer erhält eine Kinderrente?

Die Kinderrente wird zusätzlich zur Altersrente von rentenberechtigten Personen gewährt, und zwar für Söhne und Töchter:

  • bis zur Vollendung ihres 18. Altersjahres;
  • in Ausbildung bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr.

Dieser Anspruch gilt auch für Pflegekinder, die unentgeltlich aufgenommen werden. Mit Ausnahme der Kinder des Ehegatten werden für Pflegekinder, die erst nach der Entstehung des Anspruchs auf eine Alters- oder Invalidenrente in Pflege genommen werden, keine Kinderrenten ausgerichtet.

Wie hoch sind die Kinderrenten?

Bei voller Beitragsdauer beträgt die ordentliche Vollrente je nach Durchschnittseinkommen:

  • Mindestens 470 Franken pro Monat
  • Höchstens 940 Franken pro Monat

Wer erhält eine Hilflosenentschädigung?

In der Schweiz wohnhafte Personen, die eine Altersrente oder Ergänzungsleistungen beziehen, können eine Hilflosenentschädigung der AHV geltend machen, wenn

  • sie in leichtem (nur für zu Hause lebende Personen im AHV-Rentenalter), schwerem oder mittelschwerem Grade hilflos sind,
  • die Hilflosigkeit ununterbrochen mindestens ein Jahr gedauert hat und
  • kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der obligatorischen Unfallversicherung oder der Militärversicherung besteht.

Was ist unter Hilflosigkeit zu verstehen?

Hilflos ist, wer für alltägliche Lebensverrichtungen (An- & Auskleiden, Körperpflege, Fortbewegen, Essen, Verrichten der Notdurft, Aufstehen, Absitzen und Abliegen) dauernd auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, dauernde Pflege oder persönliche Überwachung bedarf.

Wie hoch ist die Hilflosenentschädigung?

Die monatliche Entschädigung beträgt bei einer Hilflosigkeit

  • leichten Grades 235 Franken
  • mittleren Grades 588 Franken
  • schweren Grades 940 Franken

Die Hilflosenentschädigung ist von Einkommen und Vermögen unabhängig. Personen, die bereits vor dem Erreichen der Altersgrenze eine Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung bezogen haben, erhalten diese in der AHV in gleicher Höhe.

Weitere Informationen zum Thema:

» Hilflosenentschädigung zur AHV

Hilfsmittel der AHV

Im Alter können sich Behinderungen einstellen, die durch Hilfsmittel wie Hörgeräte, Lupenbrillen, Prothesen, Rollstühle etc. erleichtert oder überwunden werden können. Die AHV leistet Kostenbeiträge für eine Reihe solcher Hilfsmittel an Altersrentnerinnen und -rentner, die in der Schweiz wohnen. Die Ausgleichskassen und die Pro Senectute sind verantwortlich für die Abgabe oder die Vergütung der Kosten von Hilfsmitteln.

Weitere Informationen zum Thema:

» Hilfsmittel der AHV
» Pro Senectute